Trompete

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Barocktrompete

Die Barocktrompete unterscheidet sich nicht nur optisch (es fehlen u.a. die modernen Ventile) sondern auch in ihrer Herstellung von modernen Instrumenten. Entsprechend der historischen Bauweise des 16.-18. Jahrhunderts wurde sie von Hand aus Messingblech gehämmert und ausgeschmiedet, was einerseits einen leisen und verschmelzungsfähigen, andererseits einen rauhen, geradezu archaischen Klang im Fortissimobereich bewirkt. Ich besitze drei Instrumente dieser Art: eines mit engem Schallstück des 17. Jahrhunderts (Foto unten) sowie zwei Instrumente mit etwas weiter ausladendem Schallstück des 18. Jahrhunderts.

Nachempfundene Kopie der Trompete nach Michael Nagel (1657, Sammlung alter Musikinstrumente im Kunsthistorischen Museum Wien) angefertigt durch Blechblasinstrumentenbau Egger (Basel).

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Tromba da tiarasi

„… mit einer Trompete wolte imitieret haben … und wo sich … nach jetziger Invention eingerichtet ist / daß sie sich nach Art der Trombon (= Posaune) ziehen lässt…“ (siehe Johann Kuhnau: „Der musicalische Quack-Salber„, Dresden, 1700, S.82 f.).

Die Tromba da tirarsi (da tirarsi – ital: zum ziehen) ist ein sehr spezielles Instrument, über dessen konkretes Aussehen keine Klarheit herrscht. Wie das Corno da tirarsi war es unter diesem Namen offenbar ein ausschließlich von Gottfried Reiche gespieltes Blechblasinstrument. Reiche war Bachs berühmter Stadtpfeifer-Senior, der als Trompeter und Hornist in Leipzig für Aufführungen der Thomas-Kantoren Johann Kuhnau (1660 – 1722) und Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) seine speziellen Tirarsi-Instrumente verwendete. Es handelte sich offenbar um die Kombination einer mechanischen Spielhilfe in Form eines kleinen posaunenartigen Doppelzuges (siehe Kuhnau-Zitat) mit dem Trompeten- bzw. Hornkorpus zum Spiel der vielen zusätzlichen Töne, die in zwei Stücken von J. Kuhnau und vielen Bach-Kantaten verlangt wurden.

Rekonstruktionsversuch einer Tromba da tirarsi.

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Doppeltrichtertrompete

Zur Erweiterung der Klangvielfalt und Ausdrucksstärke für zeitgenössische Formate wie Improvisationskonzerten, Performances, Hörspielen oder Ausstellungseröffnungen entwickelte in meinem Auftrag der Dresdner Trompetenbauer Berthold Neumann dieses relativ seltene Instrument. Mit einem zweiten Schallstück und einem Umschaltmechanismus versehen ist man in der Lage u.a. blitzschnell zwischen gedämpften Klängen und „normalen“ Schall zu wechseln. Inspiriert wurde das Instrument durch die Begegnung mit dem Trompeter des Ensemble musikFabrik Köln, Marco Blaauw.


Tunnelklänge  Doppeltrichtertrompete mit gedämpften und ungedämpften Klängen und Echoeffekten im Tunnel der Prießnitz, August 2017.