Programme

Ich bin dann mal weg Lamento d’Arianna Historische Orgeln Advents- und Weihnachtslieder Ausstellungsmusiken Lutherzeit Schlesischer Coridon Cantigas de amigo Panoptikum: Perkussion (+ Zink) und Orgel Der Kaiserliche Hof zu Prag um 1600 Warum lächelt Mona Lisa? Folkloregesänge aus Italien Weibergeschichten aus dem alten Italien Lyrik und Musik Sphärenmusik und Weltenklänge Orgel und Zink Hora Silentissima Weihnachtliches Konzert „wil ich dein begeren“ Dante an der Dampfmaschine Picus und Canens Die Entdeckung der Langsamkeit Christ lag in Todesbanden Von Hexen und Nachtigallen Zink und Laute Von Zeit zu Zeit Die Gärten des Homo ludens Innsbruck, ich muß dich lassen Eile, mich, Gott, zu erretten Aria di Romanesca Trombetti bolognese con organo Missa super Epitaphium Mauritii

Einer der wichtigsten Schwerpunkte der Arbeit von Thomas Friedlaender ist seit 1993 die Zusammenarbeit mit verschiedenen Kolleginnen und Kollegen in kleinen Kammermusikbesetzungen in Veranstaltungsorten wie dem Ulmer Münster, der Gemäldegalerie Alte Meister Dresden, dem Bachhaus Eisenach, den Domen zu Halberstadt, Braunschweig, Meißen, Stendal, Quedlinburg und Brandenburg; Schloß Güstrow, Ortenburg Bautzen, Münster zu Bad Doberan, Deutsches Hygienemuseum, Albrechtsburg Meißen, Michaeliskirche Hildesheim, Schloß Pillnitz, Kloster Veßra, Schloßbergmuseum Chemnitz, Rathaus Wismar, Schloßkapelle Schmalkalden, Händelhaus Halle, Doppelkapelle Landsberg, St. Marien Stralsund, Ev. Akademie Wittenberg, Museum Schloß Burgk, Heinrich-Schütz-Haus Weißenfels, Stiftskirche Gernrode, Seifersdorfer Thal, Palais Großer Garten Dresden, Schloß Gottdorf, Chiesa di San Rocco Venezia, Kloster Mariastein Basel ...

Die bisher entwickelten Programme umfassen den Zeitraum vom Mittelalter bis zum Barock vor allem der Länder Deutschland, Böhmen, Österreich, Italien, Frankreich, Niederlande, England, Portugal und Spanien. Hinzu kommen Konzertvarianten mit groß besetzten Vocal- und Instrumentalensembles.

Eine Besonderheit sind Programme mit ausschließlich improvisierter Musik bzw. die Mischung von Alter Musik, Weltmusik und zeitgenössischer improvisierter Musik oder solistisch ausgeführte Musik für Ausstellungseröffnungen, Tagungen oder ähnliche Anlässe.

„Ich bin dann mal weg ...“

Pilgerlieder des Mittelalters

Maria Jonas – Gesang
Thomas Friedlaender – Schlagwerk und Zink

Leute des Weges haben sich die Pilger in den ersten Jahrhunderten des Christentums genannt. Im 21. Jahrhundert entdecken die Menschen die Langsamkeit wieder. Sie nehmen den Pilgerstab in die Hand, packen den Rucksack und brechen auf. Für eine Strecke, die ein Auto in einer halben Stunde zurücklegt, brauchen sie einen ganzen Tag.

Die frommen und zugleich spannenden Berichte der Pilger – damals wie heute – wirkten wie eine Werbebroschüre: Viele Menschen machten sich auf, um den Spuren der Pilgerwege zu folgen. Die Pilger transportieren ihre Eindrücke, ihre Erkenntnisse und das Wissen aus fernen Ländern und Kulturen in ihre Heimat; die Pilgerwege waren so etwas wie das Internet des Mittelalters. Pilgern wurde zu einer Massenbewegung, zu einem frommen Tourismus auf festgelegten Straßen, die im Laufe der Jahrhunderte ein Wegenetz durch ganz Europa bildeten. Herbergen entstanden an diesem Weg und Kirchen wurden gebaut.

In unserem Programm erklingen Lieder dieser Stationen. Sie stammen aus vielen Ländern Europas und sind nicht nur fromme Zeugnisse einer vergangenen Epoche sondern auch ein beeindruckendes musikalisches und kulturelles Gesamtkunstwerk.

Lamento d’Arianna

Musik um das Lamento d’Arianna – die größten „Hits“ von Claudio Monteverdi

June Telletxea – Sopran
Andreas Arend – Laute und Ud
Ophira Zakai – Theorbe
Niklas Trüstedt – Gambe und Sprecher
Thomas Friedlaender – Schlagwerk und Zink

Im ersten Jh. v. Chr. erscheinen die „Carmina“ des Catull. Darin findet sich die Erzählung von Ariadne und Theseus. 1608 erklingt in Mantua zum ersten Mal Claudio Monteverdis Oper „Arianna“. Nur das populäre „Lamento d’Arianna“ ist uns überliefert.

Neue Musik von Andreas Arend fügt der Verbindung von Catull und Monteverdi eine Dimension hinzu: Diese wurde in fünfjähriger Arbeit minutiös aus Renaissance-Musiktheorie und für barocke Instrumente entwickelt, dabei allerdings dem musikalischen Idiom des 21. Jahrhunderts verpflichtet. Mit einem speziellen Tonsystem werden sparsame, höchst merkwürdige musikalische Mittel aufgeboten, um die Stimmung der Szene einzufangen. Die Rolle des Erzählers bietet die Möglichkeit einen bekannten Sprecher zu involvieren. Er spannt den Bogen von Theseus über Ariadne zu dem Gott Dionysos.

Dionysos ist es, der das Mädchen Arianna vor dem einsamen Sterben auf der menschenleeren Insel bewahrt – Catulls vielschichtige Fassung des Mythos zieht einen Rahmen um das Lamento d’Arianna, berühmt durch seinen radikalen Anfang: „Lasciatemi morire“ – Lasst mich sterben. Warum? Theseus hat das Mädchen auf der einsamen Insel „vergessen“, beide auf dem Weg nach Athen, auf der Flucht vor König Minos, ihrem Vater. Am Ende siegt der Tanz, der Rausch, die Ekstase – und es bleibt der Widerschlag der Wellen am Strand der Insel als Symbol für Leben und Tod.

Dieses Werk dauert etwa 40 Minuten und ist der zweite Teil eines Konzertes, dessen erster Teil den größten „Hits“ Claudio Monteverdis und aus Werken von Giovanni Girolamo Kapspergers und Giulio Caccinis besteht.

Historische Orgeln

Abgesehen von einigen Musikautomaten aus dem Barock und außer Beschreibungen, Noten und anderen Quellen vermitteln uns nur historische Instrumente und speziell Orgeln Klänge aus ferner Vergangenheit, deren Musik nicht mehr technisch konserviert werden kann.

Der besondere Reiz, die eigenen Kopien historischer Instrumente im Zusammenspiel mit historischen Orgeln zum Klingen zu bringen war und ist Inspiration für Konzerte mit diesen Instrumenten.

Auswahl bisher stattgefundener Konzerte an historischen Orgeln:

Schmalkalden, Schloß Wilhelmsburg
hölzerne Mayer-Orgel der Schloßkirche von 1587

Tangermünde, St.Stefan
Scherer-Orgel von 1624

Stralsund, St. Marien
Stellwagen-Orgel von 1658 - größtes erhaltenes Instrument des 17. Jahrhunderts in Norddeutschland

Schleswig, Schloß Gottorf
Orgel der Schloßkapelle von ca.1560

Freiberg/S., Dom
Große Silbermann-Orgel von 1714

Naumburg, St.Wenzel
Hildebrandt-Orgel von 1746

Venedig, S. Rocco und Ospedaletto
Orgeln des 18. Jahrhunderts

Arezzo
Chiesa S. Badia Orgel von ca.1580 und Kathedrale, Orgel von Luca da Cortona von 1534

Slaný (Tschechien)
Orgeln des 17. und 18. Jahrhunderts

Prag,
Orgel des 17. Jahrhunderts

Sulejów (Polen)
Orgel um 1644/1701

Advents- und Weihnachtslieder

von der iberischen Halbinsel und aus Südamerika

International berühmte Weihnachtslieder wie „El nino lindo“ oder „La Seehora del mundo“ sind in Deutschland bislang kaum bekannt. Das Ensemble Ala Aurea bringt uns dieses traditionelle Repertoire auf einzigartige Weise näher und geht bei der Auswahl der Stücke über die Renaissance bis in das Mittelalter zurück.

Ensemble Ala Aurea


Susanne Ansorg – Fidel
Maria Jonas – Gesang, Drehleier
Thomas Friedlaender – Schlagwerk und Zink

Ausstellungsmusiken

Vom süßen Hauch des Holzes, tierischen Sounds und schrillem Klang des Messings

Thomas Friedlaender wird oft gebucht zur musikalischen Ausgestaltung von Ausstellungseröffnungen mit verschiedenen und speziell zugeschnittenen Beiträgen und Programmen. Das Spektrum reicht von mittelalterlicher Musik zu zeitgenössischer Improvisation, von Klängen um 1500 bis zu Geräuschen und experimentellen Sounds sehr spezieller Instrumente: Zink, Naturtrompete, Alphorn, Rahmentrommeln, Nebelhorn, Doppeltrichtertrompete, Flügelhorn, Riqq, Tamorra, Kastagnetten, Davul, schwedisches Hirtenhorn...
Lutherzeit

Musik des 16. Jahrhunderts

Thomas Friedlaender – Schlagwerk und Zink
Jan Katzschke – Regal und Gesang

Antonio Scandello (1517-1580)
Kyrie
aus „Missa super epitaphium Mauritii“
(auf ein Epitaph von Georg Fabricius zum Tod des Kurfürsten Moritz von Sachsen 1553)

Johann Walter (1496-1570)
Wohlauf, wohlauf mit lauter Stimm
Nun bitten wir den Heiligen Geist
Ein feste Burg ist unser Gott
aus „Geistliches Gesangbüchlein“, Wittenberg 1551

aus dem Tabulaturbuch (1571) des Elias Nikolaus Ammerbach (1530-1597)
Ich schwing mein Horn ins Jamertal
Hertzog Moritz Dantz
Des Kaysers Dantz
Der Magister Dantz
Ennelein von Torgau

Orlando di Lasso (1532-1594)
Da pacem Domine

Schlesischer Coridon

Musik des 15.-18. Jahrhunderts aus Schlesien

Christine Mothes – Gesang
Andreas Arend – Laute und Ud
Thomas Friedlaender – Schlagwerk und Zink

Ein Programm, erstmals aufgeführt zum 10-jährigen Jubiläum des Schlesischen Museums zu Görlitz, mit Werken u.a. aus dem Glogauer Liederbuch (um 1480), von Thomas Stoltzer (um 1475 in Schweidnitz/Świdnica - 1526), Andreas Hammerschmidt (Lieder im schlesischen Dialekt, 17. Jahrhundert), Esaias Reusner d.J. (1636, Löwenberg/Lwówek Śląski - 1679, Lautenist des Brieger Herzogs), Lieder von Constantin Christian Dedekind (1628-1715) und Johann Sigismund Scholze alias Sperontes (1705 in Lobendau/Lubiatów - 1750) nach Gedichten von Martin Opitz, Paul Flemming, Andreas Tschernig (Schlesische Dichterschule des 17. Jahrhunderts).

Cantigas de amigo

Mittelalterliche Frauenlieder aus Galicien, Portugal und dem Mittelmeerraum

Maria Jonas (Köln) – Gesang, Drehleier
Thomas Friedlaender (Dresden) – Perkussion, arabische Trompete, Glocken, Zink

Frauenlieder gehören zu den ältesten poetischen Zeugnissen des Mittelalters, die uns schriftlich überliefert sind. Es sind Lieder, in denen das sprechende/singende „Ich“ eine Frau ist.

Die Lieder des Mittelalters waren – wie die mittelalterliche Lyrik überhaupt – nicht für die Lektüre bestimmt, sondern für den öffentlichen Vortrag. Sie wurden gesungen und von Musikinstrumenten begleitet. Wie die Texte mit Musik realisiert wurden, welche Rolle die Improvisation spielte und wie dies alles bei der Aufführung der Lieder zusammenwirkte, ist schwer zu ermitteln und nur in Ausnahmefällen sind die Melodien zu den Liedern überliefert. Darum ist die Improvisation auf der Grundlage des Erforschens der mittelalterlichen Quellen die Basis. Ein Grund auch dafür, warum das Aufführen und Hören dieser mittelalterlichen Musik auch immer ein Hier und Jetzt beinhaltet.

Unsere musikalische Reise beginnt in Portugal – dem Land der Dichter. Hier hat bis in die Renaissance hinein die mittelalterliche Vortragsweise der Sänger dominiert und darum sind auch viele Lieder einstimmig überliefert. Und schon in dieser frühen Zeit findet sich das Phänomen der „saudade“, dieses unübersetzbare portugiesische Wort, was sich am ehesten noch mit „unerfüllte Sehnsucht“ umschreiben lässt.

Auf der iberischen Halbinsel begegnen wir in Galicien den „Cantigas de Amigo“ von Martín Codax. Er dürfte um das Jahr 1230 in der Provinz Galicia geboren sein. Über Leben und Wirken dieses iberischen Trobadors ist nichts bekannt. Er ist der einzige iberische Dichter der frühen Zeit, von dem Melodien überliefert sind. Die Sprache der „Siete Canciones de Amigo“ ist das Galicische, ein spanisch-portugiesischer Dialekt. Auch die berühmte Liedersammlung des Königs Alfonso el Sabio, die „Cantigas de Santa Maria“, sind in galicischer Sprache verfasst.

Unsere Reise endet im Mittelmeerraum, dorthin, wo die Sepharden nach ihrer Vertreibung geflüchtet sind. Unter Sepharden versteht man die Juden, die aus Spanien stammen. Im Jahre 1492 wurden sie nach einem Edikt des Kardinals Cisneros aus Spanien und Portugal vertrieben und suchten sich heimatlos neue Länder, in denen sie willkommen waren. Vor allem rund um den Mittelmeerraum siedelten sie sich an und lebten in ihrer jüdisch-spanischen Tradition weiter. Und es waren vor allem die Frauen, die die jüdische Liedtradition pflegten und von Generation zu Generation weitergaben.

In den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts machte sich der Musikologe Isaac Levy in diese Länder auf und hob einen wahren Schatz: „Ich besuchte eine alte Frau nach der anderen, Dorf um Dorf, um aus ihren Mündern ihre Lieder zu hören und festzuhalten. Sie werden heute noch in Griechenland, der Türkei, in Rumänien, Bulgarien, Jugoslawien und auf Rhodos von den Frauen gesungen.“, schrieb Levy während seiner Recherchen.

Panoptikum: Perkussion (+ Zink) und Orgel

Zimbelstern, Rauschflöte, Tremulant – Orgelmusik ist mehr!

Jörg Bräunig (Domkantor zu Meißen) – Orgel
Thomas Friedlaender – Perkussion, Geräusche und Zink

Wir kombinieren die Effekte der Orgel mit Triangel, Zymbeln, Tamburello, Trommeln und Kastagnetten. Als „Roter Faden“ ziehen sich durch das Programm Motetten von Girolamo Frescobaldi (1583 – 1644) für Cornetto (Zink) und Orgel.

Der Kaiserliche Hof zu Prag um 1600

Werke von Philippus de Monte (1521 – 1603) und Carolus Luython (1557? – 1620)

Alexander Schneider – Countertenor
Kai Roterberg – Tenor
N.N. – Bariton
Thomas Friedlaender – Zink
N.N. – Gambe
Klaus Eichhorn – Regal/Orgelpositiv

In der kurzen Glanzzeit des Prager Kaiserhofes in der späten Renaissance waren die Vespermusiken weit herum berühmt. Musiker ersten Ranges wirkten hier und waren mit ihrem kompositorischen und konzertanten Wirken wesentlicher Bestandteil der hohen Kultur, die in der Residenz am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges trotz konfessioneller Spannungen selbstverständlich war.

Stücke von zwei der wichtigsten Komponisten dieser Epoche erklingen in unserer Vespermusik. Sie haben mit ihrem reichhaltigen Werk wie keine anderen Zeitgenossen die Kirchenmusik von Prag aus geprägt: Der kaiserliche Hofkapellmeister Philippus de Monte und der zwischen 1596 bis 1612 als Hofkomponist Rudolfs II. in Prag wirkende Carolus Luython. Sie gehörten zu den ausländischen Musikern am Kaiserlichen Hof, die mit dem Kolorit und Charakter ihrer Werke die Musiktradition Prags wesentlich mitbestimmten.

In unserem Programm erklingt u.a. von Philippus de Monte eine Messe und Orgelmusik sowie Motetten von Carol Luython.

Warum lächelt Mona Lisa?

Musik zur Zeit Leonardo da Vincis

June Telletxea – Gesang
Thomas Friedlaender – Zink und Perkussion
Andreas Arend – Laute und Rezitation

Giorgio Vasari, der Biograph der großen Maler der Renaissance, berichtet 1550 davon, wie Leonardo da Vinci (1452-1519) seinem Modell Musik vorspielen ließ, um der gewöhnlichen Melancholie von Portraitbildern zu entgehen.

In unserem Konzert werden wir uns auf die Suche machen nach jenen Klängen, die es vielleicht gewesen sein könnten. Die Abbildung der berühmt-rätselhaften Mona Lisa (leider nicht das Original!) steht während des Konzertes auf einer Staffelei und betrachtet das Publikum und die Musiker – lächelt sie immer gleich?

Auf den Notenpulten liegen Werke von Menschen aus dem Umfeld des Meisters, geistliche Musik von großen Komponisten wie Josquin des Prez, aber auch Lieder von der Straße, sogenannte „Frottole“ oder Karnevalslieder, wie sie damals in Italien populär waren. Schließlich werden wir uns auf das Wagnis einlassen, Leonardo da Vincis Bild in Musik zurückzuübersetzen. Einige Ausschnitte oder Passagen des Bildes werden uns dabei als Partitur dienen ... – lächelt sie jetzt immer noch?

Es erklingen Werke von Gilles Binchois (ca. 1400-1460), Johannes Ockeghem (um 1420-1497), Josquin des Prez (1440-1521), Marchetto Cara (ca. 1465-1525), Bartolomeo Tromboncino (ca. 1470 - nach 1535), Heinrich Isaak (1450-1517), Andreas Arend u.a.

Doch die Malerei, Dienerin des Auges, dem edelsten der Sinne findet eine harmonische Proportion gleich wie wenn sich viele Stimmen vereinen und gleichzeitig singen, eine harmonische Proportion hervorbringend die so ergötzt, dass die Hörer wie extatisch gebannt in lebendiger Anbetung verharren. (aus den Skizzenbüchern des Leonardo da Vinci)

Folkloregesänge aus Italien

Folkloregesänge und Renaissancemusik mit dem Ensemble Pulchra Scylla

Noemi La Terra – Gesang und Kastagnetten
Diethard Krause – Gambe und Cello
Stefan Wehrenpfennig – Gitarre und Mandoline
Thomas Friedlaender – Zink und Perkussion

Schon in ihrer Kindheit lernte die sizilianische Sängerin Noemi La Terra von ihrer Großmutter alte Volksweisen ihrer Heimat. Begleitet von Gitarre, Gambe, Zink und Perkussion mischt sie süditalienische Folkore mit italienischer Musik des Frühbarock und Improvisation. Ihre Lieder erzählen berührend-ergreifende Geschichten: Musik zum Träumen und Tanzen, mal melancholisch, mal schaurig und voller Leidenschaft.

In den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 4./5. Juli 2009 schreibt hierzu Swantje Richter:

Am Anfang war La Nonna, die sizilianische Großmutter, die der in Deutschland lebenden Enkeltochter einen großen Schatz alter Volksweisen ihrer süditalienischen Heimat zum Geschenk machte, den sie seither als eine besondere Kostbarkeit in sich trägt. Einerseits sind es die Lieder selbst, die für Noemi La Terra musikalischen Ursprung bedeuten, andererseits ist es die authentische, raue Vortragsweise der Großmutter, die für sie so prägend wurde. Ob als Jazzsängerin, zu der sie sich an der hiesigen Musikhochschule von Céline Rudolph ausbilden ließ, oder als Interpretin Alter Musik, ihr Gesang entbehrt jeglicher äußerlicher Manieriertheit und berührt in seiner durchlebten Aufrichtigkeit. Als sich Noemi La Terra vor einiger Zeit verstärkt unter der fachlichen Obhut von Ludger Remy der Alten Musik zuwandte, wuchs in ihr der Wunsch, die neue Leidenschaft in einem angemessenen Ensemble ausleben zu können. „Ich stand mit Ludger vor der Hochschule und fragte ihn, wen er mir empfehlen könnte. Er sprach gerade von dem Cellisten und Gambenspieler Diethard Krause, da öffnete sich das Tor und eben jener trat heraus. Große überraschte Verwirrung!“, erinnert sich die Sängerin an die witzige Begebenheit der ersten Kontaktaufnahme. Diethard Krause hingegen dachte in seiner Verdutztheit, eine Jazzsängerin mit Ludger Remy im Gespräch zu finden, sofort: „Da musst du mal hin!“ Von Diethard Krause führte der direkte Weg zum langjährigen musikalischen Partner, dem Gitarristen Stefan Wehrenpfennig, mit dem er erfolgreich als „Duodezim“ in einer Mischung aus Klassik, Jazz, Improvisation und Weltmusik in hauptsächlich eigenen Kompositionen unterwegs ist. Da die vielseitige Sängerin aber auch im neuen Ensemble keineswegs auf die Folklore verzichten wollte, fehlte nun noch ein Perkussionist, der die Tarantella auf dem Tamburello zu schlagen vermag. Mit Thomas Friedlaender, der außerdem mit dem Zink die Besetzung der neuen Formation komplettiert, ward ein solcher gefunden. Die vier Musiker, die sich mit einer ungeheueren Spielfreude zwischen italienischem Frühbarock, feuriger süditalienischer Folklore und Improvisierlust bewegen, gaben sich als Ensemble den Namen „Pulchra Scylla“, das „schöne Ungeheuer“. Sie nehmen damit Bezug auf eine Gestalt der griechischen Mythologie, die einst als wunderschöne, das Meer liebende Frau die Eifersucht Kirkes weckte und von dieser in ein Seeungeheuer verwandelt die Meerenge zwischen Messina und Reggio Calabria unsicher machte. Damit betonen sie zum einen den Ursprung ihres Ensembles in der Heimat von La Nonna, wenn man so will, und zum anderen ihre musikalische Balance zwischen schöner höfischer Musik in antiken Arien und erdigen, vollblutigen Folkloregesängen.

www.pulchra-scylla.com

Weibergeschichten aus dem alten Italien

Texte aus dem Decamerone von Boccaccio und italienische Musik des 17. Jahrhunderts

Anne Schumann – Violine
Thomas Friedlaender – Zink
Niklas Trüstedt – Violine und Lesung
Sebastian Knebel – Cembalo

Das Dekameron ist eine Sammlung von 100 Novellen, die der Feder von Giovanni Boccaccio entstammen. Die Abfassung erfolgte aller Wahrscheinlichkeit nach zwischen 1349 und 1353.

Die Rahmenhandlung verlegt Boccaccio in ein Landhaus in den Hügeln von Florenz. In dieses Landhaus sind sieben Mädchen und drei junge Männer vor der Pest geflüchtet, die im Frühjahr und Sommer des Jahres 1348 Florenz heimsuchte, und versuchen sich nach Möglichkeit zu unterhalten. Daher wird jeden Tag ein König oder eine Königin bestimmt, welcher einen Themenkreis vorgibt. Zu diesem Themenkreis hat sich nun jeder der Anwesenden eine Geschichte auszudenken und zum Besten zu geben. Nach zehn Tagen und zehn mal zehn Novellen kehrt die Gruppe wieder nach Florenz zurück.

Der zyklische Aufbau des Werkes bezieht sich auf die Bedeutung der alten heiligen Zahl Zehn, die Bonaventura als numerus perfectissimus bezeichnet hatte, wobei vor allem Dantes Göttliche Komödie, die in hundert Gesänge gegliedert ist, als Vorbild diente.

Die Schilderung der Pest in Florenz ist beklemmend realistisch und detailreich. Sie dient bis heute als historische Quelle über diese Epidemie. Man kann die Einleitung zweifellos als memento mori auffassen, das am Beginn der unbeschwert und daseinsfroh erzählten Novellen steht. Sie werden von den jungen Menschen in einer kultivierten Atmosphäre des Landhauses erzählt, das von üppigen Gärten umgeben ist, bei Spiel und Tanz. Da die Themen der Erzählungen variabel und zudem allgemein gehalten sind, entsteht eine große Vielfalt von fein oder derb, tragisch oder komisch erzählten Geschichten. In ihnen wird ein ganzes Welttheater ausgespannt, dessen handelnde Personen sowohl Sultane und Könige als auch Bauern, Handwerker oder Spitzbuben sind. Auch die Schauplätze umfassen nahezu die gesamte damals bekannte Welt. Das Besondere an Boccaccios Novellen ist ihr neuer Geist, der mit seinen aus Daseinsfreude und eigener Entscheidung handelnden Personen das Mittelalter überwindet. Kirchenleute und besonders Mönche kommen dabei meist besonders schlecht weg. Vor allem die Schilderung der Kleriker und zunächst weniger die Erotik mancher Novellen hat später zur Ablehnung Boccaccios durch die Kirche geführt.

Bereits die Grammatiker und Rhetoriker der Renaissance waren der Ansicht, dass Boccaccios Dekameron ein Meisterwerk sei. Der Autor wurde zusammen mit Dante und Francesco Petrarca zum Wegbereiter und Vorbild für die eigenen Bestrebungen. Heute gilt das Dekameron unbestritten als Ursprung der italienischen Prosa überhaupt und als ein Werk, das die Weltliteratur nachhaltig beeinflusst hat.

Lyrik und Musik

Den Abend lang währet das Weinen, aber des Morgens ist Freude (Psalm 30,6)

Christian Lehnert – Lesung
Thomas Friedlaender – Musik

Der Tod tanzt, und sein Tanz ist wilder als alles Vergängliche. Seinen Zug begrenzt ein Bruch im Stein, ein Bildrand. An dieser Grenze verdichten sich Träume, Hoffnungen und Ängste: Wohin geht der Weg? „Den Abend lang währet das Weinen, aber des Morgens ist Freude“, heißt es in einem Psalm der Bibel. Texte und Gedichte von Christian Lehnert und musikalische Improvisationen von Thomas Friedlaender betreten Vorstellungsräume an einer Grenze, die dem Menschen gegeben ist und die ihn doch nicht zur Ruhe kommen lässt.

In einer collageartigen Form wird improvisierte zeitgenössiche Musik von Thomas Friedlaender mit Texten von Christian Lehnert zu einer eindrücklichen gemeinsamen Sprache verschmolzen.

Christian Lehnert, geboren 1969 in Dresden, ist Schriftsteller und einer der bedeutendsten Lyriker Deutschlands seiner Generation. Er studierte Religionswissenschaft, Evangelische Theologie sowie Orientalistik und gilt als Kenner der christlichen, jüdischen und muslimischen Religion. Einen Teil seines Studiums absolvierte er an der Häbräischen Universität in Jerusalem. Nach längeren Aufenthalten in Israel und Nordspanien war er von 2000 bis 2008 Pfarrer im Müglitztal in der Nähe von Dresden.

Von 2009 bis 2012 war er Studienleiter für Theologie, Zeitgeschichte und Kultur an der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt in Wittenberg.

Seit Mai 2012 arbeitet Christian Lehnert als wissenschaftlicher Geschäftsführer am Liturgiewissenschaftlichen Institut der VELKD in Leipzig.

Für seine Arbeit als Lyriker wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Dresder Lyrikpreis und dem Hölty-Preis.

Seine Werke werden im Suhrkamp Verlag herausgegeben.

Für Hans Werner Henze Oper „Phaedra“ (2007), schrieb er das Libretto (UA: Staatsoper Berlin, Koproduktion der Berliner Festspiele, des Theatre de la Monnaie Brüssel, der Alten Oper Frankfurt und der Wiener Festwochen). Seine letzte Zusammenarbeit mit Henze setze sich fort bei der Oper „Gisela“, die 2010 zur Ruhtrienale uraufgeführt wurde.

Sphärenmusik und Weltenklänge

Musik von Hildegard von Bingen (1098 - 1179)

Maria Jonas – Gesang, Drehleier
Thomas Friedlaender – Zink, Perkussion und Glocken

Hildegard von Bingen war Ordensfrau, Klostergründerin und „Prophetissima teutonica“, deren schmerzhafte mystische Visionen des „lebendigen Lichts“ in grandiosen symbolgeladenen Bildern mündeten. Ihr weibliches Selbstbewusstsein wurde von vielen ihrer männlichen Zeitgenossen in der kirchlichen Hierarchie mit heftigen Widerstand zur Kenntnis genommen. Gleichwohl wurde ihr (späte) Anerkennung zuteil: 2012 wurde Hildegard von Bingen von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen und zur „Kirchenlehrerin“ erhoben.

Vor fast neunhundert Jahren versuchte Hildegard von Bingen die mystische Harmonie der Welt in Töne zu fassen. Zwei europäische Künstler wagen mit Gesang, Zink, Perkussion und Glockenspiel eine Neubegegnung. In der Akustik weit hallender Kirchen spüren sie jenem geheimnisvollen Raum nach, den Hildegards gregorianische Hymnen und Antiphonen bis heute bilden.

Gemeinsam musizieren sie bei aller Strenge die liturgischen Teile mit vielen Auszierungen: Maria Jonas, ihren klaren Sopran selbst auf der Drehleier mit einem Bordun begleitend; Thomas Friedlaender bei nahezu konzertierenden und improvisierten Passagen mit Zurückhaltung, so dass die Fähigkeiten der Sängerin voll zur Wirkung kommen.

In den Dresdner Neueste Nachrichten vom 30. Dezember 2008 schreibt hierzu M. Hanns:

Versunkene musikalische Welt – Konzert in der Loschwitzer Kirche

Hildegard von Bingen und ihre Musik in den Mittelpunkt des Interesses zu stellen, war das Anliegen eines ganz besonderen, hochkarätigen Konzertes, dem die vielen Hörer wie gebannt lauschten. Die hoch gebildete, vielseitige Gelehrte war neben anderen Professionen auch Komponistin. In einer der Gregorianik verpflichtenden Tonsprache sang sie das Hohelied der Gottes- und Marienliebe. Es ist eine archaische, geheimnisvolle Klangwelt, die sich dem Hörer da auftut.

Mit der Sängerin Maria Jonas und dem Instrumentalisten Thomas Friedlaender standen zwei Künstler zur Verfügung, die sich mit Leidenschaft und Begeisterung für diese Art von Musik einsetzen. Und sie verfügen über das stilistische und gestalterische Fingerspitzengefühl für die Wiedergabe, so dass während des Konzertes nie das Gefühl einer akademisch-trockenen, historisierenden Theoriestunde aufkam, sondern der Hörer auf faszinierende Weise mitgenommen wurde auf einen bereichernden, vielschichtigen Ausflug in die musikalische und religiöse Vergangenheit.

Kamen im ersten Teil ausschließlich Antiphone und hymnische Gesänge aus der Überlieferung Hildegard von Bingens zu Gehör, so mischten sich im zweiten Teil auch später entstandene Officien zum Lobe der Heiligen Elisabeth von Thüringen darunter. Die Klarheit des Timbres, die für diese Art Musik perfekte Technik, die makellose Stimmführung und Sensibilität und Tiefe des Ausdrucks machten Maria Jonas geradezu zur idealen Interpretin. Sie ist natürlich Spezialistin, so dass man bei dieser musikalisch sehr anspruchsvollen Materie einiges an Hochkarätigkeit erwarten durfte. Der Lebendigkeit und Bandbreite ihrer Interpretation – von sanfter Anmut im Antiphon „O virtus sapentie“ über die Steigerung in eine hymnische Euphorie in „O spendidissima gemma“ bis hin zu den fast intimen, sehr zurückhaltenden Lobgesängen auf die Heilige Elisabeth - konnte sich niemand entziehen. Eine vorzügliche Leistung!

Das besondere I-Tüpfelchen erhielt das ganze durch die wechselnden instrumentalen Farben, die die Sängerin mit der Drehleier, vor allem aber Thomas Friedlaender mit dem Zink beisteuerte - welche Klangkultur, welch feinsinnige Nuancen! Es war erstaunlich, welche Variabilität und Differenzierungen er auf dem alten Blasinstrument zauberte. Nicht minder beeindrucke Friedlaender mit höchst eigenwilligen (aber absolut passenden) Akzenten, die er einem Perkussionsinstrument in der Sequenz „O virga ac diadema“ abgewann.

Alles in allem ein wunderbarer Abend, der eine Versunkene musikalische Welt zum Leben erweckte.

Orgel und Zink

Abgesehen von einigen Musikautomaten aus dem Barock und außer Beschreibungen, Noten und anderen Quellen vermitteln uns nur historische Instrumente und speziell Orgeln Klänge aus ferner Vergangenheit, deren Musik noch nicht technisch konserviert werden konnte.

Der besondere Reiz, die eigenen Kopien historischer Instrumente im Zusammenspiel mit historischen Orgeln, oder Kopien historischer Orgeln, zum Klingen zu bringen war und ist Inspiration für Konzerte mit diesen Instrumenten.

Nachfolgend einige oft gespielte Programme:

Musik der alten Seestädte

Amsterdam, Hamburg, Danzig und Venedig im 17. Jahrhundert – Kompositionen von Jan Pieterszon Sweelinck, Johann Schop, Dietrich Buxtehude, Johann Vierdank oder Giovanni Bassano u.a.

Thomas Friedlaender – Zink, Perkussion
Jan Katzschke – Gesang und Orgelpositiv

„Musik der alten Seestädte“ – hinter diesen Namen verbirgt sich eine bunte Mischung der um 1600 in Europa vertretenen musikalischen Gattungen: Lieder, Variationen und Tänze, und die gerade neu entstandenen Formen wie Canzone, Diminution oder geistliches Konzert.

„Seestädte“, das sind in unserem Fall Handelszentren wie die nordeuropäischen Handelsstädte Hamburg, Lübeck, Stralsund oder Danzig, aber auch Amsterdam und das mächtige Venedig. Blühendes Gewerbe garantierte stets gute Entfaltungsmöglichkeiten für die Kunst, und so verwundert es nicht, daß viele der angesehensten Musiker ihrer Zeit Anstellungen in diesen Hochburgen reicher Kaufleute fanden.

In dem etwa einstündigen, kurzweilig zusammengestellten Programm ist die überraschende Frische dieser alten Musik neu zu erleben.

Prager Musik am Hof von Kaiser Rudolf II. und italienische Musik um 1600

Pavel Černý (Prag) – Orgel
Thomas Friedlaender – Zink

Girolamo Frescobaldi (1583 – 1644)
Toccata

Jacobus Handl-Gallus (1550 – 1591)
Exurge gloria mea

Giovanni Bassano (1558 – 1617)
„Oncques amour“
nach Thomas Crecquillon (†1557)

Carolus Luython (1557 – 1620)
Fantasia in C

Hans Leo Haßler (1564 – 1612)
Canzon

Carolus Luython
Fantasia in F

Girolamo Frescobaldi
Motette „Aspice Domine“

Jakob Hassler (1569 – 1618)
Toccata IV. toni

Diego Ortiz (um 1510 – um 1570)
Recercada Segvunda sobre el Mismo Madrigal

Hans Leo Hassler
Canzon

Giovanni Paolo Cima
Sonata prima (1610)

Carolus Luython
Ricercar

Siglo de oro

Spanische Musik aus der Zeit Karls V. und Phillip II. – Werke von Antonio de Cabezón, Diego Ortz, Tomas Luis del Santa Maria u.a.

Thomas Friedlaender – Zink
Roland Börger – Orgel

Das, was die Spanier „Siglo de oro“ (Jahrhundert des Goldes) nennen, war jene glorreiche Epoche, in der Spanien zur mächtigsten Nation Europas heranwuchs, nachdem das letzte maurische Königreich erobert worden war und Kolumbus eine neue Welt entdeckte.

Nicht nur politisch, sondern auch kulturell war für Spanien das 16. Jahrhundert ein herausragendes, ein „goldenes Zeitalter“. So viel die größte Macht des spanischen Staates mit einer Blüte der Literatur zusammen, zu deren Vertretern so berühmte Namen wie Miguel de Cervantes oder Lope de Vega gehören. Auch in der Musik war Spanien damals eines der bedeutensten Zentren Europas – eine Musik, die durch große Leidenschaft, tempramentvolle Rhythmen, ekstatische Verzierungen, kühne Dissonanzen und eine ergreifende Mystik der Klänge gekennzeichnet ist.

Inspiriert von dieser alten Musik erklingt auf Nachbauten historischer Instrumente ein Programm mit Werken von Antonio de Cabecon, Diego Ortiz, Tomas Luis de Santa Maria und anderen.

Geistliche Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts

Geistliche Musik u.a. von Giovanni Pierluigi da Palestrina, Girolamo Frescobaldi, Johann Hermann Schein, Johann Sebastian Bach

Thomas Friedlaender – Zink
Christopher Stembridge – Orgel

Dieses Programm entwickelten Christopher Stembridge und Thomas Friedlaender im Jahr 2000 für drei Konzerte in Venedig in der Chiesa di San Rocco und Ospedaletto.

Eingangstoccata
Giovanni Picci (1572–1643): Toccata

Credo in unum Deum
Johann Sebastian Bach (1685–1750): Wir glauben all an einen Gott (BWV 681)
Girolamo Frescobaldi (1583–1643): Motette „Deus noster“

et incarnatus est Girolamo Frescobaldi – Capriccio pastorale
Cipriano de Rore (1516–1565): „Angelus ad pastores ait“
(motetto passaggiato da Giovanni Battista Bovicelli)

cruzifixus etiam pro nobis
Johann Sebastian Bach – Christ lag in Todesbanden
Samuel Scheidt (1587–1654): Da Jesus an dem Kreuze stund
Gregorio Strozzi (1615–1690): Toccata quarta per l`elevatione

venturus es cum gloria
Claudio Merulo (1533–1604): Assumpsit Iesus Petrum
(mottetto passaggiato da Giovanni Battista Bovicelli)

et in Spiritum sanctum Dominum
Hans Leo Hassler (1564–1612): Cum Sancto Spiritu

Et unam ... ecclesiam
Giovanni Pirluigi da Palestrina (1525–1594): Pulcra es amica mea
(mottetto passaggiato da Francesco Rognoni)

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Hora Silentissima

Eine Abendmusik für Laute und Zink

Andreas Arend – Laute und Ud
Thomas Friedlaender – Zink, Olifant und Perkussion

Wieviel Leben steckt nach vier oder fünf Jahrhunderten noch in einem Stück Musik?

Thomas Friedlaender und Andreas Arend zeigen, dass alte Klänge so vital sind, wie ihre Spieler es zulassen. Die beiden Musiker haben sich auf ein ungewöhnliches Experiment eingelassen: Sie spielen Musik des späten Mittelalters und der Renaissance auf historischen Instrumenten. Immer wieder aber verlassen sie die Pfade der traditionellen Interpretation und spinnen die musikalischen Ideen in moderner Improvisation fort. Ganz im Sinne der alten Meister, deren Stücke oft selbst nichts anderes waren, als Niederschriften freien Spiels. So verbinden die beiden Musiker historische Aufführungspraxis und zeitgenössische Sprache zu einer spannungsvollen, wie harmonischen Abendmusik.

Im 16. Jahrhundert schrieb der Niederländer Jacobus Vaet eines von insgesamt acht Salve Regina. Die Musik dieses Hynmus zieht sich als roter Faden durch das einstündige Programm.

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… dem göttlichen Kinde wohlklingende Lieder

Weihnachtliches Konzert mit Liedbearbeitungen des 17. Jahrhunderts

Dorothea Zimmermann – Gesang
Jan Katzschke – Orgel und Cembalo
Thomas Friedlaender – Zink

Die Altistin Dorothea Zimmermann, der Organist Jan Katzschke und der Zinkenist Thomas Friedlaender spannen in diesem Programm weite Bögen: Von der Psalmodie des 13. Jahrhundert über eine Improvisation nach der Melodie eines Adventsliedes bis zur Musik Johann Sebastian Bachs; von der einstimmigen Melodie eines Instrumentes oder der einzelnen Stimme bis zum gemeinsamen Erklingen der Orgel, des Gesangs, des Zinks und der historischen Percussionsinstrumente; von Deutschland nach Italien und zurück; von den Musikern zu den Zuhörern.

Es erklingen Werke von Heinrich Schütz, Michael Praetorius, Johann Hermann Schein, Matthias Weckmann, Cipriano de Rore, Giovanni Battista Bovicelli, Giovanni Battista Bassani, Dieterich Buxtehude, Johann Philipp Krieger und Johann Krieger, Johann Crüger und Johann Sebastian Bach.

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„wil ich dein begeren“

Von der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen: Deutsche Liederbücher und Instrumentalmusik des 15. Jahrhunderts – Lochamer und Glogauer Liederbuch, Buxheimer Orgelbuch, Liederbuch der Anna von Köln

Maria Jonas – Gesang, Drehleier
Thomas Friedlaender – Stiller Zink
Andreas Arend – Laute

Dieses Programm ist mit seiner selten gehörten Musik eine echte Rarität!

Vor dem Jahr 1500 überrascht Deutschland mit einer bemerkenswert eigenständig ausgeprägten Instrumentalmusik, u.a. im „Buxheimer Orgelbuch“, durch das uns vor allem der Stil aus dem Umkreis des blinden Organisten, Lautenspielers, Harfenisten und Flötisten Konrad Paumann (ca. 1410–1480) überliefert ist. Neben berühmten Sammlungen wie dem „Lochamer Liederbuch“ (um 1450) ist uns eine sehr wertvolle Quelle, das „Glogauer Liederbuch“, ca. 1460, erhalten geblieben: Hier begegnen uns – neben Instrumentalstücken – viele geistliche und weltliche Gesangsstücke, die vermutlich mit Instrumenten kombiniert wurden.

Gleichzeitig existierte in Deutschland aber auch immer noch die mittelalterlich Tradition des einstimmigen Liedes. Hiervon geben zahlreiche Liederbücher Zeugnis, u.a. das Liederbuch der Anna von Köln, einer Begine, die wohl im niederrheinischen Raum lebte.

Beides kommt in unserem Programm zu Gehör: Die Stimme von Maria Jonas mit dem archaisch anmutenden Bordun der Drehleier, mit dem warmen Klang des Stillen Zinken und der Klarheit der Laute. Hier die ornamentierte vorwiegend instrumentale Mehrstimmigkeit mit Laute und Zink – dort die erzählfreudigen deutschen Lieder und Balladen.

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Dante an der Dampfmaschine

Saxophon der Renaissance trifft Instrument der industriellen Revolution – improvisierte Musik mit:

Hannes Lingens – Akkordeon und Schlagwerk
Thomas Friedlaender – Zink und Perkussion

Dante an der Dampfmaschine, Shakespeare an der „Spinning Jenny“. Wenn Thomas Friedlaender und Hannes Lingens spielen, treffen zwei Zeitalter aufeinander: Der Zink als „Saxophon der Renaissance“ begegnet dem Akkordeon, dem „Klavier des Kleinen Mannes“ im 19. Jahrhundert.

Die scheinbar wesensfremden Instrumente haben eines gemeinsam: Sie klingen, weil Luft in ihnen zum Schwingen gebracht wird. Diese Grundlage genügt Friedlaender und Lingens für ihr mal stürmisches, mal träumerisches Experiment. In reiner Improvisation tasten sie die Möglichkeiten ihrer Instrumente aus und halten einen wunderbar vielschichtigen, variantenreichen und immer überraschenden Dialog. Unterstützt von phantasievoller Perkussion weben die Musiker einen fliegenden Klangteppich, der den Hörer nicht auf eine Zeitreise mitnimmt, sondern auf einen Ausflug in eine ganz eigene Welt, die jeden Abend neu geschaffen wird.

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Picus und Canens

Musiktheater zu Texten aus den „Metamorphosen“ des Ovid mit Musik von Luyz de Narváez, John Dowland, Giovanni Pierluigi de Palestrina, Andreas Arend u.a.

June Telletxea – Gesang (als Circe)
Andreas Arend – Laute (als Ovid)
Thomas Friedlaender – Trompete, Zink und Perkussion (als König Picus)
Sabine Hayduk – Szenische Einrichtung
Yara Burkhalter – Kostüme

Die Erzählung „Picus und Canens“, eine Dreiecksgeschichte zwischen dem jungen König Picus, seiner singenden Gattin, der Nymphe Canens, und der Zauberin Circe findet sich im vierzehnten Buch der Metamorphosen des antiken Dichters Ovid.

Die Inspiration des antiken Textes führt June Telletxea (Gesang und Perkussion) als Circe Andreas Arend (Laute) als Ovid, Thomas Friedlaender (Trompete, Zink und Perkussion) als König Picus zu besonderen Momenten der Handlung in einen neuen, sinnlich-klanglichen Zusammenhang.

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Die Entdeckung der Langsamkeit

Diminutionen, Recercadas und Affetti zwischen Renaissance und 21. Jahrhundert

Ensemble „Stahlquartett“
Ercole Nisini – Posaune
Thomas Friedlaender – Zink

Eine spannende Begegnung zweier historischer Blasinstrumente – Posaune in alter Mensur und Zink – mit den futuristisch-exotischen Stahlcelli des „Stahlquartetts“.

Das im Sommer 1999 von Jan Heinke gegründete Stahlquartett vereint mit Michael Antoni, Jan Heinke, Peter Andreas und Alexander Fülle einen klassischen Sänger, einen Weltmusiker, einen Komponisten und einen Jazzpianisten, die sich in ihrer Faszination für das neuentwickelte, wie eine Skulptur anmutende Stahlcello und seinen einzigartigen Klangeigenschaften zusammengefunden haben.

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Christ lag in Todesbanden

Mitteldeutsche Musik des 17. Jahrhunderts zu Passion und Ostern mit Kompositionen von Johamm Hermann Schein, Samuel Scheidt, Heinrich Schütz u.a.

Constanze Backes – Sopran
Thomas Friedlaender – Zink
Jan Katzschke – Tenor, Orgelpositiv

Die Passion und Auferstehung Jesu Christi und Ihre Bedeutung für den Menschen ist das zentrale Ereignis im Neuen Testament. So ist es nachvollziehbar, daß hervorragende Komponisten wie Schütz, Bach, Schein oder Hammerschmidt diesem Thema ihre besondere Aufmerksamkeit gewidmet haben. Das Spektrum der musikalischen Formen dieses Programms reicht von Instrumentalwerken und Strophenliedern bis hin zu den damals gerade aus Italien importierten geistlichen Konzerten.

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Von Hexen und Nachtigallen

Ein musikalisch-literarisches Programm zu Ehren von Friedrich von Spee (1591-1635) – 24 Geistliche Lieder aus „Trutz-Nachtigall“ Texte aus „Cautio Criminalis“ und dem „Güldenen Tugendbuch“

Constanze Backes – Sopran und Rezitation
Thomas Friedlaender – Zink
Stefan Horz – Cembalo

Der Jesuit Friedrich von Spee (1591 – 1635) war eine der erstaunlichsten Figuren des frühen siebzehnten Jahrhunderts. Wir verdanken ihm die Gedichtsammlung „Trutznachtigall“, die ihren Namen trägt, da Spee zu beweisen suchte, daß man „trutz allen anderen Nachtigallen“ auch in „teutscher Sprachegut poetisch dichten und reden“ könne; auch die deutsche Sprache tauge zur Poesie, in einer Zeit, da ambitionierte Literatur stets in Latein verfasst wurde und somit nur Gelehrten zugänglich war. Dies erhebt ihn in den Rang der Pioniere der deutschen Sprache, zumal die zweiundfünfzig vielversigen Texte von seltener und anrührender Schönheit sind. Sie beschreiben die mannigfaltigen Gesichter der Natur in Flora und Fauna und ergehen sich in sogenannter „Jesusminne“ – die Liebe zwischen der allegorisch dargestellten menschlichen Seele und Jesus, ihrem Bräutigam, ist Stoff für ein reiches Erblühen bittersüßer Liebespoesie. Das pastorale Element wird weiter ausgeschmückt durch immer wiederkehrende Hirtenallegorien, und ein gemütlich-rheinischer Volksliedton wird angeschlagen, wenn zwei Hirten miteinander wetteifern, wer dem Jesuskindlein das schönste Geschenk darbringen mag.

Spees andere Seite, in seiner Zeit noch bemerkenswerter, entwickelte sich, als er von seinem jesuitischen Orden in der Rolle eines Beichtvaters bei den infamen Hexenprozessen eingesetzt wurde, die in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Deutschland stattfanden. Sein humanistisches Gewissen war zutiefst erschüttert angesichts der Erkenntnis, daß er „mit viel Eifer nachgeforscht, auch Macht und Einfluß der Beichte aufgeboten und doch bei keinem von all denen, die er zum Holzstoß begleitet habe, irgend etwas entdeckt, daß ihn hätte überzeugen können, daß sie zu Recht der Hexerei beschuldigt waren“ und daß sie „noch sterbend Gott zum Zeugen ihrer Unschuld“ anriefen. Zerrissen von diesen erschreckenden Erfahrungen und seiner Loyalität der Kirche gegenüber, schrieb er die „Cautio Criminalis“, 1635 anonym veröffentlicht. Sie muß als erster couragierter kritischer Beitrag zu diesem finsteren Kapitel in der Geschichte der Kirche gesehen werden. Als Spees Autorenschaft ruchbar wurde, wurde er zum Opfer diverser Verfolgungen, die in einen Mordversuch eskalierten. Den Tod fand er schließlich in Trier, nachdem er persönlich darum gebeten hatte, den kranken und sterbenden Opfern einer Pestepedemie beistehen zu dürfen und sich selbst infizierte.

Der Ursprung der „Trutznachtigall“-Vertonungen ist weitgehend unbekannt. Spee selbst hatte wohl eine umfassende musikalische Ausbildung genossen. Ob die Melodien und Generalbaßaussetzungen des Erstdruckes von 1649 ihm oder einem nicht näher bezeichneten Zeitgenossen zugeschrieben werden dürfen, kann nicht mehr festgestellt werden. Möglicherweise legte man sie auch verbreiteten Volksliedmelodien unter, was für die Popularität von Spees Versen spräche.

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Angelus ad pastores ait

Musik und Texte zur Weihnachtszeit. Es erklingen Werke von Johann Hermann Schein, Heinrich Ignatz Franz von Bieber, Giovanni Battista Bovicelli und Girolamo Kapsberger u.a.

Christine Maria Rembeck – Sopran, Rezitation
Marie Verweyen – Violine
Thomas Friedlaender – Zink
Thomas Ihlenfeldt – Laute

Die Menschwerdung Gottes, dieser „Wendepunkt der Menschheitsgeschichte“ inspiriert bis heute Komponisten zur musikalischen Verarbeitung. Krippe, Engel, Hirten ... – der biblische Weihnachtsbericht bietet unzählige Anknüpfungspunkte zu musikalischer Illustration und zum Kommentar.

Johann Hermann Schein, Thomaskantor in Leipzig, brachte 1618 seine „Opella Nova“ heraus, eine Sammlung dreistimmiger geistlicher Konzerte, in der er bekannte Choralmelodien mit der noch jungen Form, dem frisch aus Italien importierten Geistlichen Konzert verknüpfte. Kompositionen aus dieser Sammlung stehen im Mittelpunkt des Abends.

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Zink und Laute

Französische Lautenmusik und italienische Canzonen und Sonaten für Zink aus dem 17. Jahrhundert – Werke von Vieux Gallot, Robert de Visee, Giovanni Paolo Cima, Giovanni Battista Riccio u.a.

Thomas Friedlaender – Zink
Stefan Maass – Barocklaute

Zwei sehr verschiedene musikalische Welten im Europa des 17. Jahrhunderts: die virtuosen italienischen Sonaten und Canzonen für Zink im Kontrast zur stillen Eleganz der französischen Lautenmusik. Die beiden Dresdner Musiker spielen auf Kopien historischer Instrumente u.a. Werke von Vieux Gallot, Robert de Visee sowie von Giovanni Battista Riccio und Gasparo Pietragrua.

Von Zeit zu Zeit

Italienische Musik des frühen 17. Jahrhunderts – improvisierte Musik des beginnenden 21. Jahrhunderts

Thomas Friedlaender – Zink
Sebastian Knebel – Spinett
Hartmut Dorschner – Saxophon
Andreas Böttcher – Synthesizer

Unter Musikern, die sich auf der Straße zufällig treffen, kommt es im Gespräch oft zu drei typischen Sätzen:
  1. „Ich hab dich gestern im Konzert gehört – Du warst total Klasse, absolute Spitze, es war genial!“
  2. „Wir müssen unbedingt mal etwas miteinander spielen.“
  3. „Das Geld von der letzten Mugge ist unterwegs.“

Die beiden befreundeten Dresdner Musiker Thomas Friedlaender (Zink) und Hartmut Dorschner (Saxophon) wissen um diese klassischen Aussagen der lieben Kollegen und wollten trotzdem schon immer miteinander in einem Konzert auftreten, Spaß haben und auch noch Geld dabei verdienen.

Die Beobachtung, daß ihre beiden Blasinstrumente zu ihrer Zeit jeweils mutmaßlich jene waren, welche der menschlichen Stimme am nächsten kamen und kommen, inspirierte sie zu der Idee, es tatsächlich miteinander zu versuchen. Sie wollen an einem Abend sehr alte Musik in einem Konzert – gewissermaßen Spiegelbildlich – taufrischer improvisierter Musik gegenüberstellen. Die Brücke zwischen beiden Teilen schlagen die wesensverwandten Blasinstrumente Zink und Saxophon in einer gemeinsamen Improvisation. Ob die Kontraste oder die Gemeinsamkeiten überwiegen, wissen die Kollegen selbst noch nicht.

Die Gärten des Homo ludens

Ein Konzert für Liuto Forte, E-Gitarre, Zink und Flügelhorn

Claude Alloud – Liuto Forte, E-Gitarre
Thomas Friedlaender – Zink und Flügelhorn

Ein hauchdünner Eibenkorpus, versilberte Kupfersaiten, ein Hornmundstück, lederumwickeltes Olivenholz und glänzendes Messing werden zum Klingen gebracht.

Mit eigenen Kompositionen und Improvisationen spinnen beide Spieler ihre Fäden durch den Raum zwischen Stille und Fanfare. Auf immer neuen Wegen, mit zart geflüsterten Geschichten und wild schwingenden Legenden, findet die einzigartige Begegnung zweier erstaunlicher Instrumente statt.

Liuto Forte und Zink – so verschieden wie die Menschen, die sie spielen – singen gemeinsam durch die Gärten des Homo ludens.

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Innsbruck, ich muß dich lassen

Franko-flämische Kompositionen um 1500 aus Deutschland und Italien mit dem Artemision-Ensemble:

Magdalena Podkoscielna – Sopran
Thomas Friedlaender – Zink
Irene Klein – Viola da Gamba
Andreas Arend – Laute

Die franko-flämischen Komponisten prägten das musikalische Denken einer ganzen Epoche. Fünf Generationen lang bestimmten sie das europäische Musikleben, von Dufay über Ockeghem zu Josqin und Isaac, von Gombert über Willaert und de Rore zu Lasso, Vaet und Regnart. An den Singschulen der Kathedralen wie Cambrai oder Gent fantastisch gut ausgebildet, verließen viele von ihnen ihre Heimat und folgten dem Ruf an die Musikkapellen Europas.

Natürlich fanden sie in diesen Ländern eigenständige musikalische Stile vor, wie etwa das deutsche Lied oder die italienische Frottola, deren Elemente sie mit ihrem Kontrapunkt verschmolzen und in den fremden Sprachen zu sprechen lernten, so perfekt, daß sie jene dadurch wieder selbst prägten. So stammt das vielleicht bekannteste deutsche Lied der Zeit, „Innsbruck, ich muß dich lassen“ aus der Feder von Heinrich Isaac.

Eile, mich, Gott, zu erretten

Die Klage in der Musik des 16. und 17. Jahrhunderts – Kompositionen aus dem Umfeld von Orlando di Lasso und Heinrich Schütz

Christine Maria Rembeck – Sopran
Thomas Friedlaender – Zink
Klaus Eichhorn – Orgelpositiv und Regal

Orlando di Lasso (1532-1594): Lamentato Prima Tertii Diei (Jeremias-Klage)

Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525-1594): Io son ferito, hai lasso

Giovanni Battista Bovicelli (zweite Hälfte 16. Jh.): Io son ferito, hai Lasso (Diminution nach Palestrina)

Christian Erbach (1570-1635): Io son ferito, hai Lasso (Ricercar noni toni)

Orlando di Lasso: Lectio prima (Hiobs-Klage)

Johann Hermann Schein (1586-1630): Oh, Jesu Christe

Johann Scheidemann (1596-1663): Paduana Lacrymae (nach J. Dowland)

Heinrich Schütz (1585-1672): Eile mich, Gott, zu erretten

Samuel Scheidt (1587-1654): Warum betrübstu dich mein Herz

Samuel Scheidt: O Lamm Gottes unschuldig

Heinrich Schütz: Habe deine Lust an dem Herren

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Aria di Romanesca

Romanische Lieder und Musik des 16. und 17.Jahrhunderts aus Spanien, Frankreich, Italien

Maria Jonas – Sopran, Drehleier
Thomas Friedlaender – Zink
Stefan Maass – Laute

Italienische Canzonen und Arien, sephardische Lieder, französische Lautenmusik und Lieder aus dem spanischen Europa und Amerika.

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Trombetti bolognese con organo

Italienische Trompetenmusik des Barock – Kompositionen von Maurizio Cazzati, Petronio Franceschini, Giuseppe Torelli

Robert Vanryne – Trompete
Thomas Friedlaender – Trompete
Sebastian Knebel – Orgel

Oberitalienische Trompetenmusik aus Bologna, der „Hochburg“ des barocken Trompetenspiels, im Kontrast zu mitteldeutschen Orgelwerken des 18. Jahrhunderts.

Missa super Epitaphium Mauritii

Vocalsolisten, zwei Zinken, drei Posaunen

Vocal Concert Dresden

Die „Missa super Epitaphium Mauritii“ wurde 1563 zur Errichtung des Moritzmonumentes im Dom zu Freiberg vom Dresdner Hofkapellmeister Antonio Scandello (1517–1580) zum Gedächnis für Kurfürst Moritz von Sachsen (1521–1553) komponiert.

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