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Italienische Renaissancemusik und italienische Folklore
Noemi La Terra – Gesang und Kastagnetten
Diethard Krause – Gambe
Stefan Jaenicke – Gitarre
Thomas Friedlaender – Zink und Perkussion
Scylla war jenes sagenhafte Ungeheuer, das in der Antike zwischen Kalabrien und Sizilien im Meer gehaust haben soll: „Pulchra Scylla“, das „schöne Ungeheuer“, nach dem sich das Ensemble benannt hat. Einst eine wunderschöne Frau, rächt sie sich nach der Verzauberung durch die eifersüchtige Kirke, verschlingt Seefahrer und macht die Meeresenge zwischen Messina und Reggio Calabria unsicher.
Schon in ihrer Kindheit lernte die sizilianische Sängerin Noemi La Terra von ihrer Großmutter alte Volksweisen ihrer Heimat. Begleitet von Gitarre, Gambe, Zink und Perkussion mischt sie süditalienische Folklore mit italienischer Musik des Frühbarock und Improvisation. Ihre Lieder erzählen berührend-ergreifende Geschichten: Musik zum Träumen und Tanzen, mal melancholisch, mal schaurig und voller Leidenschaft.
In den Dresdner Neueste Nachrichten vom 4./5. Juli 2009 schreibt hierzu Swantje Richter:
Am Anfang war La Nonna, die sizilianische Großmutter, die der in Deutschland lebenden Enkeltochter einen großen Schatz alter Volksweisen ihrer süditalienischen Heimat zum Geschenk machte, den sie seither als eine besondere Kostbarkeit in sich trägt. Einerseits sind es die Lieder selbst, die für Noemi La Terra musikalischen Ursprung bedeuten, andererseits ist es die authentische, raue Vortragsweise der Großmutter, die für sie so prägend wurde. Ob als Jazzsängerin, zu der sie sich an der hiesigen Musikhochschule von Céline Rudolph ausbilden ließ, oder als Interpretin Alter Musik, ihr Gesang entbehrt jeglicher äußerlicher Manieriertheit und berührt in seiner durchlebten Aufrichtigkeit. Als sich Noemi La Terra vor einiger Zeit verstärkt unter der fachlichen Obhut von Ludger Remy der Alten Musik zuwandte, wuchs in ihr der Wunsch, die neue Leidenschaft in einem angemessenen Ensemble ausleben zu können. „Ich stand mit Ludger vor der Hochschule und fragte ihn, wen er mir empfehlen könnte. Er sprach gerade von dem Cellisten und Gambenspieler Diethard Krause, da öffnete sich das Tor und eben jener trat heraus. Große überraschte Verwirrung!“, erinnert sich die Sängerin an die witzige Begebenheit der ersten Kontaktaufnahme. Diethard Krause hingegen dachte in seiner Verdutztheit, eine Jazzsängerin mit Ludger Remy im Gespräch zu finden, sofort: „Da musst du mal hin!“ Von Diethard Krause führte der direkte Weg zum langjährigen musikalischen Partner, dem Gitarristen Stefan Jaenicke, mit dem er erfolgreich als „Duodezim“ in einer Mischung aus Klassik, Jazz, Improvisation und Weltmusik in hauptsächlich eigenen Kompositionen unterwegs ist. Da die vielseitige Sängerin aber auch im neuen Ensemble keineswegs auf die Folklore verzichten wollte, fehlte nun noch ein Perkussionist, der die Tarantella auf dem Tamburello zu schlagen vermag. Mit Thomas Friedlaender, der außerdem mit dem Zink die Besetzung der neuen Formation komplettiert, ward ein solcher gefunden. Die vier Musiker, die sich mit einer ungeheueren Spielfreude zwischen italienischem Frühbarock, feuriger süditalienischer Folklore und Improvisierlust bewegen, gaben sich als Ensemble den Namen „Pulchra Scylla“, das „schöne Ungeheuer“. Sie nehmen damit Bezug auf eine Gestalt der griechischen Mythologie, die einst als wunderschöne, das Meer liebende Frau die Eifersucht Kirkes weckte und von dieser in ein Seeungeheuer verwandelt die Meerenge zwischen Messina und Reggio Calabria unsicher machte. Damit betonen sie zum einen den Ursprung ihres Ensembles in der Heimat von La Nonna, wenn man so will, und zum anderen ihre musikalische Balance zwischen schöner höfischer Musik in antiken Arien und erdigen, vollblutigen Folkloregesängen.
Diminutionen, Recercadas und Affetti zwischen Renaissance und 21. Jahrhundert
Ensemble „Stahlquartett“
Ercole Nisini – Posaune
Thomas Friedlaender – Zink
Eine spannende Begegnung zweier historischer Blasinstrumente – Posaune in alter Mensur und Zink – mit den futuristisch-exotischen Stahlcelli des „Stahlquartetts“.
Das im Sommer 1999 von Jan Heinke gegründete Stahlquartett vereint mit Michael Antoni, Jan Heinke, Peter Andreas und Alexander Fülle einen klassischen Sänger, einen Weltmusiker, einen Komponisten und einen Jazzpianisten, die sich in ihrer Faszination für das neuentwickelte, wie eine Skulptur anmutende Stahlcello und seinen einzigartigen Klangeigenschaften zusammengefunden haben.
Musiktheater nach Texten von Ovid
June Telletxea (Gesang) als Circe
Andreas Arend (Laute) als Ovid
Thomas Friedlaender (Trompete, Zink und Perkussion) als König Picus
Szenische Einrichtung: Sabine Hayduk
Kostüme: Yara Burkhalter
Text: Metamorphosen des Ovid
Musik: Luyz de Narváez, John Dowland, Giovanni Pierluigi de Palestrina, Andreas Arend u.a.
Die Erzählung „Picus und Canens“, eine Dreiecksgeschichte zwischen dem jungen König Picus, seiner singenden Gattin, der Nymphe Canens, und der Zauberin Circe findet sich im vierzehnten Buch der Metamorphosen des antiken Dichters Ovid.
Die Inspiration des antiken Textes führt June Telletxea (Gesang und Perkussion) als Circe Andreas Arend (Laute) als Ovid, Thomas Friedlaender (Trompete, Zink und Perkussion) als König Picus zu besonderen Momenten der Handlung in einen neuen, sinnlich-klanglichen Zusammenhang.
Weihnachtliches Konzert mit Liedbearbeitungen des 17. Jahrhunderts
Dorothea Zimmermann – Gesang
Jan Katzschke – Orgel und Cembalo
Thomas Friedlaender – Zink
Die Altistin Dorothea Zimmermann, der Organist Jan Katzschke und der Zinkenist Thomas Friedlaender spannen in diesem Programm weite Bögen: Von der Psalmodie des 13. Jahrhundert über eine Improvisation nach der Melodie eines Adventsliedes bis zur Musik Johann Sebastian Bachs; von der einstimmigen Melodie eines Instrumentes oder der einzelnen Stimme bis zum gemeinsamen Erklingen der Orgel, des Gesangs, des Zinks und der historischen Percussionsinstrumente; von Deutschland nach Italien und zurück; von den Musikern zu den Zuhörern.
Es erklingen Werke von Heinrich Schütz, Michael Praetorius, Johann Hermann Schein, Matthias Weckmann, Cipriano de Rore, Giovanni Battista Bovicelli, Giovanni Battista Bassani, Dieterich Buxtehude, Johann Philipp Krieger und Johann Krieger, Johann Crüger und Johann Sebastian Bach.
Musik von Hildegard von Bingen (1098 - 1179)
Maria Jonas - Mezzosopran, Drehleier
Thomas Friedlaender - Zink, Perkussion und Glocken
Vor fast neunhundert Jahren versuchte Hildegard von Bingen die mystische Harmonie der Welt in Töne zu fassen. Zwei europäische Künstler wagen mit Gesang, Zink, Perkussion und Glockenspiel eine Neubegegnung. In der Akustik weit hallender Kirchen spüren sie jenem geheimnisvollen Raum nach, den Hildegards gregorianische Hymnen und Antiphonen bis heute bilden.
Gemeinsam musizieren sie bei aller Strenge die liturgischen Teile mit vielen Auszierungen: Maria Jonas, ihren klaren Sopran selbst auf der Drehleier mit einem Bordun begleitend; Thomas Friedlaender bei nahezu konzertierenden und improvisierten Passagen mit Zurückhaltung, so dass die Fähigkeiten der Sängerin voll zur Wirkung kommen.
Hildegard von Bingen (1098 - 1179) war Ordensfrau, Klostergründerin und "Prophetissima teutonica", deren schmerzhafte mystische Visionen des "lebendigen Lichts" in grandiosen symbolgeladenen Bildern mündeten. Ihr weibliches Selbstbewusstsein wurde von vielen ihrer männlichen Zeitgenossen in der kirchlichen Hierarchie mit heftigen Widerstand zur Kenntnis genommen. Das mag Grund dafür sein, dass Sie bis heute nicht seliggesprochen wurde.
In den Dresdner Neueste Nachrichten vom 30. Dezember 2008 schreibt hierzu M. Hanns:
Versunkene musikalische Welt
Konzert in der Loschwitzer Kirche
Hildegard von Bingen und ihre Musik in den Mittelpunkt des Interesses zu stellen, war das Anliegen eines ganz besonderen, hochkarätigen Konzertes, dem die vielen Hörer wie gebannt lauschten. Die hoch gebildete, vielseitige Gelehrte war neben anderen Professionen auch Komponistin. In einer der Gregorianik verpflichtenden Tonsprache sang sie das Hohelied der Gottes- und Marienliebe. Es ist eine archaische, geheimnisvolle Klangwelt, die sich dem Hörer da auftut.
Mit der Sängerin Maria Jonas und dem Instrumentalisten Thomas Friedlaender standen zwei Künstler zur Verfügung, die sich mit Leidenschaft und Begeisterung für diese Art von Musik einsetzen. Und sie verfügen über das stilistische und gestalterische Fingerspitzengefühl für die Wiedergabe, so dass während des Konzertes nie das Gefühl einer akademisch-trockenen, historisierenden Theoriestunde aufkam, sondern der Hörer auf faszinierende Weise mitgenommen wurde auf einen bereichernden, vielschichtigen Ausflug in die musikalische und religiöse Vergangenheit.
Kamen im ersten Teil ausschließlich Antiphone und hymnische Gesänge aus der Überlieferung Hildegard von Bingens zu Gehör, so mischten sich im zweiten Teil auch später entstandene Officien zum Lobe der Heiligen Elisabeth von Thüringen darunter. Die Klarheit des Timbres, die für diese Art Musik perfekte Technik, die makellose Stimmführung und Sensibilität und Tiefe des Ausdrucks machten Maria Jonas geradezu zur idealen Interpretin. Sie ist natürlich Spezialistin, so dass man bei dieser musikalisch sehr anspruchsvollen Materie einiges an Hochkarätigkeit erwarten durfte. Der Lebendigkeit und Bandbreite ihrer Interpretation – von sanfter Anmut im Antiphon „O virtus sapentie“ über die Steigerung in eine hymnische Euphorie in „O spendidissima gemma“ bis hin zu den fast intimen, sehr zurückhaltenden Lobgesängen auf die Heilige Elisabeth - konnte sich niemand entziehen. Eine vorzügliche Leistung!
Das besondere I-Tüpfelchen erhielt das ganze durch die wechselnden instrumentalen Farben, die die Sängerin mit der Drehleier, vor allem aber Thomas Friedlaender mit dem Zink beisteuerte - welche Klangkultur, welch feinsinnige Nuancen! Es war erstaunlich, welche Variabilität und Differenzierungen er auf dem alten Blasinstrument zauberte. Nicht minder beeindrucke Friedlaender mit höchst eigenwilligen (aber absolut passenden) Akzenten, die er einem Perkussionsinstrument in der Sequenz „O virga ac diadema“ abgewann.
Alles in allem ein wunderbarer Abend, der eine Versunkene musikalische Welt zum Leben erweckte.
Eine Abendmusik für Laute und Zink
aus Frührenaissance, spätem Mittelalter und mit freien Improvisationen
Andreas Arend (Berlin) - Laute
Thomas Friedlaender (Dresden) - Zink, Perkussion
Wieviel Leben steckt nach vier oder fünf Jahrhunderten noch in einem Stück Musik?
Thomas Friedlaender und Andreas Arend zeigen, dass alte Klänge so vital sind, wie ihre Spieler es zulassen. Die beiden Musiker haben sich auf ein ungewöhnliches Experiment eingelassen: Sie spielen die Musik der Frührenaissance und des späten Mittelalters auf historischen Instrumenten. Immer wieder aber verlassen sie die Pfade der traditionellen Interpretation und spinnen die musikalischen Ideen in moderner Improvisation fort. Ganz im Sinne der alten Meister, deren Stücke oft selbst nichts anderes waren, als Niederschriften freien Spiels. So verbinden die beiden Musiker historische Aufführungspraxis und zeitgenössische Sprache zu einer spannungsvollen, wie harmonischen Abendmusik.
Im 16. Jahrhundert schrieb der Niederländer Jacobus Vaet eines von insgesamt acht Salve Regina. Die Musik dieses Stundengebetes zieht sich als roter Faden durch das einstündige Programm; unterbrochen von Stücken aus dem Mittelalter, der Frührenaissance und freier Improvisation.
Saxophon der Renaissance trifft Instrument der industriellen Revolution
Improvisierte Musik mit
Hannes Lingens (Berlin) - Akkordeon
Thomas Friedlaender (Dresden) - Zink, Flügelhorn und Perkussion
Dante an der Dampfmaschine, Shakespeare an der „Spinning Jenny“. Wenn Thomas Friedlaender und Hannes Lingens spielen, treffen zwei Zeitalter aufeinander: Der Zink als „Saxophon der Renaissance“ begegnet dem Akkordeon, dem „Klavier des Kleinen Mannes“ im 19. Jahrhundert.
Die scheinbar wesensfremden Instrumente haben eines gemeinsam: Sie klingen, weil Luft in ihnen zum Schwingen gebracht wird. Diese Grundlage genügt Friedlaender und Lingens für ihr mal stürmisches, mal träumerisches Experiment. In reiner Improvisation tasten sie die Möglichkeiten ihrer Instrumente aus und halten einen wunderbar vielschichtigen, variantenreichen und immer überraschenden Dialog. Unterstützt von phantasievoller Perkussion weben die Musiker einen fliegenden Klangteppich, der den Hörer nicht auf eine Zeitreise mitnimmt, sondern auf einen Ausflug in eine ganz eigene Welt, die jeden Abend neu geschaffen wird.
Ein Programm mit mitteldeutscher Musik des 17. Jahrhunderts zu Passion und Ostern
Kompositionen von Johamm Hermann Schein, Samuel Scheidt, Heinrich Schütz u.a.
Constanze Backes - Sopran
Thomas Friedlaender - Zink
Jan Katzschke - Tenor, Orgelpositiv
Die Passion und Auferstehung Jesu Christi und Ihre Bedeutung für den Menschen ist das zentrale Ereignis im Neuen Testament. So ist es nachvollziehbar, daß hervorragende Komponisten wie Schütz, Bach, Schein oder Hammerschmidt diesem Thema ihre besondere Aufmerksamkeit gewidmet haben. Das Spektrum der musikalischen Formen dieses Programms reicht von Instrumentalwerken und Strophenliedern bis hin zu den damals gerade aus Italien importierten geistlichen Konzerten.
Ein musikalisch-literarisches Programm zu Ehren von Friedrich von Spee (1591-1635)
24 Geistliche Lieder aus "Trutz-Nachtigall"; Texte aus "Cautio Criminalis" und dem "Güldenen Tugendbuch"
Constanze Backes - Sopran und Rezitation
Thomas Friedlaender - Zink
Stefan Horz - Cembalo
Der Jesuit Friedrich von Spee (*1591 in Kaiserswerth bei Düsseldorf +1635 bei Trier) war eine der erstaunlichsten Figuren des frühen siebzehnten Jahrhunderts. Wir verdanken ihm die Gedichtsammlung "Trutznachtigall", die ihren Namen trägt, da Spee zu beweisen suchte, daß man "trutz allen anderen Nachtigallen" auch in "teutscher Sprache" "gut poetisch dichten und reden" könne; auch die deutsche Sprache tauge zur Poesie, in einer Zeit, da ambitionierte Literatur stets in Latein verfasst wurde und somit nur Gelehrten zugänglich war. Dies erhebt ihn in den Rang der Pioniere der deutschen Sprache, zumal die zweiundfünfzig vielversigen Texte von seltener und anrührender Schönheit sind. Sie beschreiben die mannigfaltigen Gesichter der Natur in Flora und Fauna und ergehen sich in sogenannter "Jesusminne"- die Liebe zwischen der allegorisch dargestellten menschlichen Seele und Jesus, ihrem Bräutigam, ist Stoff für ein reiches Erblühen bittersüßer Liebespoesie. Das pastorale Element wird weiter ausgeschmückt durch immer wiederkehrende Hirtenallegorien, und ein gemütlich-rheinischer Volksliedton wird angeschlagen, wenn zwei Hirten miteinander wetteifern, wer dem Jesuskindlein das schönste Geschenk darbringen mag.
Spees andere Seite, in seiner Zeit noch bemerkenswerter, entwickelte sich, als er von seinem jesuitischen Orden in der Rolle eines Beichtvaters bei den infamen Hexenprozessen eingesetzt wurde, die in der ersten Hälfte des 17.Jahrhunderts in Deutschland stattfanden. Sein humanistisches Gewissen war zutiefst erschüttert angesichts der Erkenntnis, daß er "mit viel Eifer nachgeforscht, auch Macht und Einfluß der Beichte aufgeboten und doch bei keinem von all denen, die er zum Holzstoß begleitet habe, irgend etwas entdeckt, daß ihn hätte überzeugen können, daß sie zu Recht der Hexerei beschuldigt waren" und daß sie "noch sterbend Gott zum Zeugen ihrer Unschuld" anriefen. Zerrissen von diesen erschreckenden Erfahrungen und seiner Loyalität der Kirche gegenüber, schrieb er die "Cautio Criminalis", 1635 anonym veröffentlicht. Sie muß als erster couragierter kritischer Beitrag zu diesem finsteren Kapitel in der Geschichte der Kirche gesehen werden. Als Spees Autorenschaft ruchbar wurde, wurde er zum Opfer diverser Verfolgungen, die in einen Mordversuch eskalierten. Den Tod fand er schließlich in Trier, nachdem er persönlich darum gebeten hatte, den kranken und sterbenden Opfern einer Pestepedemie beistehen zu dürfen und sich selbst infizierte.
Der Ursprung der "Trutznachtigall"- Vertonungen ist weitgehend unbekannt. Spee selbst hatte wohl eine umfassende musikalische Ausbildung genossen. Ob die Melodien und Generalbaßaussetzungen des Erstdruckes von 1649 ihm oder einem nicht näher bezeichneten Zeitgenossen zugeschrieben werden dürfen, kann nicht mehr festgestellt werden. Möglicherweise legte man sie auch verbreiteten Volksliedmelodien unter, was für die Popularität von Spees Versen spräche.
Musik und Texte zur Weihnachtszeit
Es erklingen Werke u.a. von Johann Hermann Schein, Heinrich Ignatz Franz von Bieber, Giovanni Battista Bovicelli und Girolamo Kapsberger.
Christine Maria Rembeck - Sopran, Rezitation
Marie Verweyen - Violine
Thomas Friedlaender - Zink
Thomas Ihlenfeldt - Laute
Die Menschwerdung Gottes, dieser "Wendepunkt der Menschheitsgeschichte" inspiriert bis heute Komponisten zur musikalischen Verarbeitung. Krippe, Engel, Hirten...- der biblische Weihnachtsbericht bietet unzählige Anknüpfungspunkte zu musikalischer Illustration und zum Kommentar.
Johann Hermann Schein, Thomaskantor in Leipzig, brachte 1618 seine "Opella Nova" heraus, eine Sammlung dreistimmiger geistlicher Konzerte, in der er bekannte Choralmelodien mit der noch jungen Form, dem frisch aus Italien importierten Geistlichen Konzert verknüpfte. Kompositionen aus dieser Sammlung stehen im Mittelpunkt des Abends.
Von der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen:
Deutsche Liederbücher und Instrumentalmusik des 15. Jahrhunderts
Lochamer und Glogauer Liederbuch, Buxheimer Orgelbuch, Liederbuch der Anna von Köln
Maria Jonas (Köln) - Gesang, Drehleier
Thomas Friedlaender (Dresden) - Stiller Zink
Andreas Arend (Berlin) - Laute
Dieses Programm ist mit seiner selten gehörten Musik eine echte Rarität!
Vor dem Jahr 1500 überrascht Deutschland mit einer bemerkenswert eigenständig ausgeprägten Instrumentalmusik, u.a. im „Buxheimer Orgelbuch“, durch das uns vor allem der Stil aus dem Umkreis des blinden Organisten, Lautenspielers, Harfenisten und Flötisten Konrad Paumann (ca. 1410-1480) überliefert ist. Neben berühmten Sammlungen wie dem "Lochamer Liederbuch" (um 1450) ist uns eine sehr wertvolle Quelle, das "Glogauer Liederbuch", ca. 1460, erhalten geblieben: Hier begegnen uns - neben Instrumentalstücken - viele geistliche und weltliche Gesangsstücke, die vermutlich mit Instrumenten kombiniert wurden.
Gleichzeitig existierte in Deutschland aber auch immer noch die mittelalterlich Tradition des einstimmigen Liedes. Hiervon geben zahlreiche Liederbücher Zeugnis, u.a. das Liederbuch der Anna von Köln, einer Begine, die wohl im niederrheinischen Raum lebte.
Beides kommt in unserem Programm zu Gehör: Die Stimme von Maria Jonas mit dem archaisch anmutenden Bordun der Drehleier, mit dem warmen Klang des Stillen Zinken und der Klarheit der Laute. Hier die ornamentierte vorwiegend instrumentale Mehrstimmigkeit mit Laute und Zink - dort die erzählfreudigen deutschen Lieder und Balladen.
Spanische Musik aus der Zeit Karls V. und Phillip II.
Werke von Antonio de Cabezón, Diego Ortz, Tomas Luis del Santa Maria u.a.
Thomas Friedlaender - Zink
Roland Börger - Orgel
Das, was die Spanier "Siglo de oro" (Jahrhundert des Goldes) nennen, war jene glorreiche Epoche, in der Spanien zur mächtigsten Nation Europas heranwuchs, nachdem das letzte maurische Königreich erobert worden war und Kolumbus eine neue Welt entdeckte.
Nicht nur politisch, sondern auch kulturell war für Spanien das 16. Jahrhundert ein herausragendes, ein "goldenes Zeitalter". So viel die größte Macht des spanischen Staates mit einer Blüte der Literatur zusammen, zu deren Vertretern so berühmte Namen wie Miguel de Cervantes oder Lope de Vega gehören. Auch in der Musik war Spanien damals eines der bedeutensten Zentren Europas - eine Musik, die durch große Leidenschaft, tempramentvolle Rhythmen, ekstatische Verzierungen, kühne Dissonanzen und eine ergreifende Mystik der Klänge gekennzeichnet ist.
Inspiriert von dieser alten Musik erklingt auf Nachbauten historischer Instrumente ein Programm mit Werken von Antonio de Cabecon, Diego Ortiz, Tomas Luis de Santa Maria und anderen.
Französische Lautenmusik und italienische Canzonen und Sonaten für Zink aus dem 17. Jahrhundert
Werke von Vieux Gallot, Robert de Visee, Giovanni Paolo Cima, Giovanni Battista Riccio u.a.
Thomas Friedlaender - Zink
Stefan Maass - Barocklaute
Zwei sehr verschiedene musikalische Welten im Europa des 17. Jahrhunderts: die virtuosen italienischen Sonaten und Canzonen für Zink im Kontrast zur stillen Eleganz der französischen Lautenmusik. Die beiden Dresdner Musiker spielen auf Kopien historischer Instrumente u.a. Werke von Vieux Gallot, Robert de Visee sowie von Giovanni Battista Riccio und Gasparo Pietragrua.
Geistliche Musik u.a. von Giovanni Pierluigi da Palestrina, Girolamo Frescobaldi, Johann Hermann Schein, Johann Sebastian Bach
Thomas Friedlaender (Dresden) - Zink
Christopher Stembridge (Arezzo) - Orgel
Programm:
Eingangstoccata
Giovanni Picci (1572-1643) - Toccata
Credo in unum Deum
Johann Sebastian Bach (1685 - 1750) - Wir glauben all an einen Gott (BWV 681)
Girolamo Frescobaldi (1583 - 1643) - Motette "Deus noster"
et incarnatus est
Girolamo Frescobaldi - Capriccio pastorale
Cipriano de Rore (1516-1565) - "Angelus ad pastores ait"
(motetto passaggiato da Giovanni Battista Bovicelli)
cruzifixus etiam pro nobis
Johann Sebastian Bach - Christ lag in Todesbanden
Samuel Scheidt (1587 - 1654) - Da Jesus an dem Kreuze stund
Gregorio Strozzi (1615 - ca. 1690) - Toccata quarta per l`elevatione
venturus es cum gloria
Claudio Merulo (1533 - 1604) - Assumpsit Iesus Petrum
(mottetto passaggiato da Giovanni Battista Bovicelli)
et in Spiritum sanctum Dominum
Hans Leo Hassler (1564 - 1612) - Cum Sancto Spiritu
Et unam...ecclesiam
Giovanni Pirluigi da Palestrina (1525 - 1594) - Pulcra es amica mea
(mottetto passaggiato da Francesco Rognoni)
Dieses Programm entwickelten Christopher Stembridge und Thomas Friedlaender im Jahr 2000 für drei Konzerte in Venedig in der Chiesa di San Rocco und Ospedaletto.
Italienische Musik des frühen 17. Jahrhunderts - improvisierte Musik des beginnenden 21. Jahrhunderts
Thomas Friedlaender - Zink
Sebastian Knebel - Spinett
Hartmut Dorschner - Saxophon
Andreas Böttcher - Synthesizer
Unter Musikern, die sich auf der Straße zufällig treffen, kommt es im Gespräch oft zu drei typischen Sätzen:
1. "Ich hab dich gestern im Konzert gehört - Du warst total Klasse, absolute Spitze, es war genial!"
2. "Wir müssen unbedingt mal etwas miteinander spielen."
3. "Das Geld von der letzten Mugge ist unterwegs."
Die beiden befreundeten Dresdner Musiker Thomas Friedlaender (Zink) und Hartmut Dorschner (Saxophon) wissen um diese klassischen Aussagen der lieben Kollegen und wollten trotzdem schon immer miteinander in einem Konzert auftreten, Spaß haben und auch noch Geld dabei verdienen.
Die Beobachtung, daß ihre beiden Blasinstrumente zu ihrer Zeit jeweils mutmaßlich jene waren, welche der menschlichen Stimme am nächsten kamen und kommen, inspirierte sie zu der Idee, es tatsächlich miteinander zu versuchen. Sie wollen an einem Abend sehr alte Musik in einem Konzert - gewissermaßen Spiegelbildlich - taufrischer improvisierter Musik gegenüberstellen. Die Brücke zwischen beiden Teilen schlagen die wesensverwandten Blasinstrumente Zink und Saxophon in einer gemeinsamen Improvisation. Ob die Kontraste oder die Gemeinsamkeiten überwiegen, wissen die Kollegen selbst noch nicht.
Amsterdam, Hamburg, Danzig und Venedig im 17. Jahrhundert
Kompositionen u.a. von Jan Pieterszon Sweelinck, Johann Schop, Dietrich Buxtehude, Johann Vierdank oder Giovanni Bassano
Thomas Friedlaender - Zink, Perkussion
Jan Katzschke - Gesang und Orgelpositiv
"Musik der alten Seestädte" - hinter diesen Namen verbirgt sich eine bunte Mischung der um 1600 in Europa vertretenen musikalischen Gattungen: Lieder, Variationen und Tänze, und die gerade neu entstandenen Formen wie Canzone, Diminution oder geistliches Konzert.
"Seestädte", das sind in unserem Fall Handelszentren wie die nordeuropäischen Handelsstädte Hamburg, Lübeck, Stralsund oder Danzig, aber auch Amsterdam und das mächtige Venedig. Blühendes Gewerbe garantierte stets gute Entfaltungsmöglichkeiten für die Kunst, und so verwundert es nicht, daß viele der angesehensten Musiker ihrer Zeit Anstellungen in diesen Hochburgen reicher Kaufleute fanden.
In dem etwa einstündigen, kurzweilig zusammengestellten Programm ist die überraschende Frische dieser alten Musik neu zu erleben.
Ein Konzert für Liuto Forte, E-Gitarre, Zink und Flügelhorn
Claude Alloud - Liuto Forte, E-Gitarre
Thomas Friedlaender - Zink und Flügelhorn
Ein hauchdünner Eibenkorpus, versilberte Kupfersaiten, ein Hornmundstück, lederumwickeltes Olivenholz und glänzendes Messing werden zum Klingen gebracht.
Mit eigenen Kompositionen und Improvisationen spinnen beide Spieler ihre Fäden durch den Raum zwischen Stille und Fanfare. Auf immer neuen Wegen, mit zart geflüsterten Geschichten und wild schwingenden Legenden, findet die einzigartige Begegnung zweier erstaunlicher Instrumente statt.
Liuto Forte und Zink - so verschieden wie die Menschen, die sie spielen - singen gemeinsam durch die Gärten des Homo ludens.
Franko-flämische Kompositionen um 1500 aus Deutschland und Italien
Magdalena Podkoscielna, Sopran
Thomas Friedlaender - stiller und krummer Zink, Zugtrompete
Irene Klein, Viola da Gamba
Andreas Arend, Laute
Kompositionen aus dem Buxheimer Orgelbuch/Glogauer Liederbuch (um 1460/80), Arnolt Schlick (ca. 1460 - nach 1521), Paul Hofhaimer (ca. 1459 - 1537), Johannes Buchner (1483 - 1538) sowie von Luzzascho Luzzaschi (1545 - 1609), Girolamo dalla Casa (spätes 16. Jahrhundert), Giovanni Paolo Cima (Druck von 1610) und Girolamo Fantini (ca. 1600 - nach 1675)
Die franko-flämischen Komponisten prägten das musikalische Denken einer ganzen Epoche. Fünf Generationen lang bestimmten sie das europäische Musikleben, von Dufay über Ockeghem zu Josqin und Isaac, von Gombert über Willaert und de Rore zu Lasso, Vaet und Regnart. An den Singschulen der Kathedralen wie Cambrai oder Gent fantastisch gut ausgebildet, verließen viele von ihnen ihre Heimat und folgten dem Ruf an die Musikkapellen Europas.
Natürlich fanden sie in diesen Ländern eigenständige musikalische Stile vor, wie etwa das deutsche Lied oder die italienische Frottola, deren Elemente sie mit ihrem Kontrapunkt verschmolzen und in den fremden Sprachen zu sprechen lernten, so perfekt, daß sie jene dadurch wieder selbst prägten. So stammt das vielleicht bekannteste deutsche Lied der Zeit, "Innsbruck, ich muß dich lassen" aus der Feder von Heinrich Isaac.
Die Klage in der Musik des 16. und 17. Jahrhunderts
Kompositionen aus dem Umfeld von Orlando di Lasso und Heinrich Schütz
Christine Maria Rembeck - Sopran
Thomas Friedlaender - Zink
Klaus Eichhorn - Orgelpositiv und Regal
Programm
Orlando di Lasso - Lamentato Prima Tertii Diei (Jeremias-Klage)
(1532-1594)
Giovanni Pierluigi da Palestrina - Io son ferito, hai lasso
(1525-1594)
Giovanni Battista Bovicelli - Io son ferito, hai Lasso (Diminution nach Palestrina)
(zweite Hälfte 16. Jahrhundert)
Christian Erbach - Io son ferito, hai Lasso (Ricercar noni toni)
(1570-1635)
Orlando di Lasso - Lectio prima (Hiobs-Klage)
PAUSE
Johann Hermann Schein - Oh, Jesu Christe
(1586-1630)
Johann Scheidemann - Paduana Lacrymae (nach J. Dowland)
(1596-1663)
Heinrich Schütz - Eile mich, Gott, zu erretten
(1585-1672)
Samuel Scheidt - Warum betrübstu dich mein Herz
(1587-1654)
Samuel Scheidt - O Lamm Gottes unschuldig
Heinrich Schütz - Habe deine Lust an dem Herren
Romanische Lieder und Musik des 16. und 17.Jahrhunderts
(Spanien,Frankreich,Italien)
Maria Jonas - Sopran, Drehleier
Thomas Friedlaender - Zink
Stefan Maass - Laute
Italienische Canzonen und Arien, sephardische Lieder, französische Lautenmusik und Lieder aus dem spanischen Europa und Amerika.
Italienische Trompetenmusik des Barock
Kompositionen von Maurizio Cazzati, Petronio Franceschini, Giuseppe Torelli
Robert Vanryne - Trompete
Thomas Friedlaender - Trompete
Sebastian Knebel - Orgel
Oberitalienische Trompetenmusik aus Bologna, der "Hochburg" des barocken Trompetenspiels, im Kontrast zu mitteldeutschen Orgelwerken des 18. Jahrhunderts.
Vocalsolisten, zwei Zinken, drei Posaunen
Vocal Concert Dresden
Komponiert 1563 zur Errichtung des Moritzmonumentes im Dom zu Freiberg vom Dresdner Hofkapellmeister Antonio Scandello (1517 - 1580) zum Gedächnis für Kurfürst Moritz von Sachsen (1521 - 1553)